Heimatmuseum Großwallstadt
Hauptstraße 3
63868 Großwallstadt
Tel.: +49-6022-22070
720.364 Ansichten http://lifestyle.grosswallstadt.de/frm/museum.html
Ehemaliges "Liebsches Gut" aus dem 16. Jahundert
Die Heimschneiderei in Großwallstadt setzt um 1880 ein. Es ist eine der vielen Heimarbeiten die in diesen Jahren typisch für die deutsche Wirtschaft sind. Vor allem in den Mittelgebirgsregionen sind sie zu finden. Es drängt sich deshalb die Frage auf: Warum? Welche Gründe sind ursächlich für diese Entwicklung?
Erbgang in Realteilung hat ein Heer von Klein- und Kleinstbauern zur Folge Die Ursache dieser Entwicklung - nun speziell in der Region Aschaffenburg - fußt auf dem 1755 kodifizierten Mainzer Landrecht, das ab diesem Zeitpunkt den Erbgang in Realteilung vorschreibt. Die Folgen dieser Gesetzgebung zeigen sich in der knapp einhundert Jahre später aufgenommenen Katasterkarte.
Deutlich ist die Zersplitterung der Flur zu erkennen. Durch die ständige Teilung der Äcker und den reichen Kindersegen entsteht ein Heer von Klein- und Kleinstbauern, deren Besitz unter dem Existenzminimum liegt. Deshalb werden andere Erwerbsquellen als Zubrot gesucht. Da diese Entwicklung mit der aufblühenden Industrialisierung zusammanfällt, finden die Kinder dieser Kleinbauern Arbeit als Lohnarbeiter. Junge Frauen versuchen als Dienstmädchen in den Haushalten des reichen städtischen Bürgertums unterzukommen. Wer aber noch ein wenig Grundbesitz hat und deshalb am Ort bleiben will, muß sich einen Nebenerwerb suchen, der in Heimarbeit zu bewältigen ist.
Geöffnet: vom 1.Mai bis 30.September jeweils am 1. Sonntag im Monat von 14:00 0 17:00 Uhr und nach Vereinbarung.



