Rosenstadt Eltville
Dort, wo weltberühmte Weine auf sanften, sonnenumschmeichelten Hügeln reifen, gedeiht auch die Königin des Blumenreichs prächtig. Schon Ende des 19. Jahrhunderts machte Eltville, die älteste Stadt im Rheingau, als Rosenstadt von sich reden. 1871 gründete Carl Schmitt in Eltville eine Rosenschule. Über eine halbe Million dorniger Schönheiten wuchsen damals jährlich vor den Stadtmauern auf großen Rosenfelder heran. Eltviller Rosen waren seinerzeit sehr angesehen und begehrt. Und so reichten die Geschäftsbeziehungen der Rosenschule sogar bis zum Hofe des Zaren in St. Petersburg.
Nach dem ersten Weltkrieg wurde es zunächst ruhig um die Rosenstadt Eltville. Erst in den sechziger Jahren erlebte sie dank des damaligen Stadtgärtnermeisters Reinhard Pusch wieder einen Auftrieb. Er sorgte für die verstärkte Aufzucht von Rosen in den städtischen Grünanlagen. Und im Burggraben legte er 1979 Rosenbeete an und pflanzte Kletterrosen. Heute zeigen im Stadtgebiet rund 22.000 Rosenstöcke und 350 Sorten, darunter viele Raritäten und alte Rosen, ihre verschwenderische Blütenpracht. 1988 ernannte der Verein Deutscher Rosenfreunde die Stadt Eltville zur "Rosenstadt". In Deutschland gibt es insgesamt nur sechs Rosenstädte, vier Rosendörfer und einen Rosenkreis.
Zwei Jahre nach der Prädikatsverleihung taufte die Wein-, Sekt- und Rosenstadt eine Züchtung der Rosenschule Tantau auf den Namen 'Stadt Eltville'. Sie bekam wenig später eine asiatische Schwester, die den Namen 'Schönes Eltville' trägt. Der japanische Rosenzüchter Kazuzo Tagashira aus Hiroshima schenkte sie der Stadt Eltville. Anlässlich des Jubiläums "10 Jahre Rosenstadt Eltville am Rhein" widmete die Wein- und Sektstadt den asiatischen Rosenfreunden eine neue Floribundarose, die den Namen 'Friedensgedächtnispark Hiroshima' erhielt.
Seit vielen Jahren pflegen Rosenliebhaber aus Hiroshima und Eltville eine herzliche Freundschaft. Während die farbenprächtigen japanischen Rosensorten in eigens hierfür im Eltviller Burggraben angelegten Beeten eine neue Heimat gefunden haben, wurzeln die tiefrot blühende 'Stadt Eltville' und die zauberhaft duftende 'Friedensgedächtnispark Hiroshima' im Botanischen Garten, auf dem Friedensboulevard und im Friedensgedächtnispark von Hiroshima. Die Rosen sind somit nicht nur Ausdruck der Freundschaft zwischen beiden Städten, sie sind ihren Betrachtern auch stille Mahnerinnen, den Frieden zwischen den Völkern zu wahren.
Veranstaltungen
Die Stadt Eltville bietet auf Anfrage von Mai bis Oktober Gruppenführungen durch die Eltviller Rosenanlagen an. Außerdem findet jedes Jahr (Anfang bis Mitte Februar) ein Rosenschnittkurs für Hobbygärtner und Rosenliebhaber statt. Jedes Jahr veranstaltet die Stadt in Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Eltville aktiv die „Eltviller Rosentage“ mit einem mehrtägigen Programm rund um die Königin des Blumenreichs. Die nächsten Rosentage finden am Pfingstwochenende 2006 (1. Wochenende im Juni) statt.






